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	<title>C.G. Jung Archive - Malfreude</title>
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	<description>Mal- und Gestaltungstherapie Mag. Manuela Sattlegger</description>
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	<title>C.G. Jung Archive - Malfreude</title>
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		<title>Was macht mich ganz? Ganzwerdung im Sinne von C.G. Jung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuela Sattlegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Aug 2024 19:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pathfinding]]></category>
		<category><![CDATA[C. G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[C.G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Ganzwerdung]]></category>
		<category><![CDATA[Individuationsprozess]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir alle möchten uns ganz fühlen Nicht in der Balance zu sein, fühlt sich unangenehm<br />
an.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.malfreude.at/ganzwerdung/">Was macht mich ganz? Ganzwerdung im Sinne von C.G. Jung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.malfreude.at">Malfreude</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper tve_wp_shortcode"><div class="tve_shortcode_raw" style="display: none"></div><div class="tve_shortcode_rendered"><p></p>
<blockquote>
<p class="wp-block-paragraph" style="text-align: right;">&#8222;Die Welt wird dich fragen, wer du bist, <br />und wenn du es nicht weißt, wird es dir die Welt sagen.&#8220; <br />C.G. Jung</p>
</blockquote>
<p>In der analytischen Psychologie C.G. Jungs nimmt der <a href="https://www.malfreude.at/individuationsprozess-sehnsucht/">Individuationsprozess</a> eine zentrale Stellung ein. Das Menschenbild ist davon geprägt, dass wir als Menschen wachsen, uns entwickeln und schöpferisch wandeln wollen. Dieser Prozess der Ganzwerdung vollzieht sich in der Auseinandersetzung des Bewussten mit dem Unbewussten, ist nie abgeschlossen und bis zum letzten Atemzug können wir an uns arbeiten, um „der oder die zu werden, die wir sind“. C.G. Jung spricht von dem utopischen Ziel, das hinter dem Individuationsprozess steht, dem „Selbst“ &#8211; ein Ideal mit allen Möglichkeiten, die in uns schlummern – einem Einswerden mit uns selbst.</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph">Dies birgt auch sehr viel Hoffnung, denn auch wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Möglichkeiten eingeschränkt, nicht vorhanden oder wir irgendwo feststecken, so gibt das Leben uns dennoch immer Chancen uns zu verändern und weiterzuentwickeln. Vielleicht sind wir auch nicht in Balance und haben lange Zeit Dinge vernachlässigt, die uns ganz und glücklich machen würden. In schlechten Zeiten vergessen wir immer wieder auf Dinge, die uns gut tun und helfen würden „ganz“ zu werden.</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph">Um in Fluss zu kommen, eignen sich verschiedene kreative maltherapeutische Methoden (z.B. Wasserfarben, Fingerfarben, Ton). Als Malimpuls eignen sich auch folgende Fragen:</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was macht mich ganz?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was möchte ich mehr in meinem Leben integrieren?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph">An einem ungestörten Ort, nehmen Sie sich Zeit und denken ein wenig darüber nach und zeichnen oder malen was Ihnen in den Sinn kommt.</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph">Dies könnte ein weiterer Schritt zu Ihrer ganz persönlichen Ganzwerdung sein.</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Literaturtipps:</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.erato-verlag.at/buecher/Buch/goldene-spur/category_pathway-13">Ute Karin Höllrige: Goldene Spur</a><br />Der Prozess einer Individuation in Träumen und Bildern<br />Ingeborg Bachmann und C.G. Jung<br />Ein Essay<br />Erato, Graz, 2013</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1019984553">Jolande Jacobi: Die Psychologie von C.G. Jung</a><br />Eine Einführung in das Gesamtwerk <br />Mit einem Geleitwort von C.G. Jung<br />Patmos, Düsseldorf, 2013</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1039714391">Verena Kast: Die Dynamik der Symbole</a><br />Gundlagen der Jungschen Psychotherapie<br />Patmos, Düsseldorf, 2023</p>
<p></p>
<p></p>
<p class="wp-block-paragraph"></p></div></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.malfreude.at/ganzwerdung/">Was macht mich ganz? Ganzwerdung im Sinne von C.G. Jung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.malfreude.at">Malfreude</a>.</p>
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		<title>Die Wurzeln der Maltherapie &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.malfreude.at/wurzeln-maltherapie-teil2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuela Sattlegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Nov 2022 07:52:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[C.G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturtipps]]></category>
		<category><![CDATA[C. G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Helena Schrode]]></category>
		<category><![CDATA[Maltherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Margaret Naumburg]]></category>
		<category><![CDATA[Rosemarie Daniel]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Eschenbach]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mal- und Gestaltungstherapie fußt auf der Analytischen Psychologie C. G. Jungs. In der Artikelserie „Die Wurzeln der Mal- und Gestaltungstherapie“ stellen wir die wesentlichen WegbereiterInnen vor.<br />
Der 2. Teil der Artikelserie konzentriert sich auf die WegbereiterInnen Helena Schrode, James Hillman, Rosemarie Daniel und Ursula Eschenbach. Sie schafften mit ihren Tätigkeiten und Publikationen ein reiches praktisches und theoretisches Fundament für die Mal- und Gestaltungstherapie im Sinne C. G. Jungs.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.malfreude.at/wurzeln-maltherapie-teil2/">Die Wurzeln der Maltherapie &#8211; Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.malfreude.at">Malfreude</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element">
<p>Dieser Artikel erschien erstmals in der <a href="https://www.f-mgt.at/der-fachverband/gestaltunsprozesse/#abo" target="_blank" class="" style="outline: none;">Maltherapie Fachzeitschrift *gestaltungsprozesse </a>in der Ausgabe 20/2022 - Autoren: Manuela Sattlegger und Erwin Bakowsky.</p>
<p>1. Einleitung</p>
<p>Die Zahl der AbsolventInnen der <a href="https://www.mgt.or.at" target="_blank" class="" style="outline: none;">Mal- und Gestaltungstherapie (MGT)</a> wächst jedes Jahr. Sie arbeiten in verschiedensten Berufsbereichen und helfen vielen Menschen, ihre Arbeit wird sehr geschätzt.&nbsp;</p>
<p>Mit dieser Artikelserie wollen wir die Fundamente der MGT freilegen und aufzeigen, in welcher Verbindung wir mit der Analytischen Psychologie C.G. Jungs stehen, wie sie uns prägt und weiterhin beeinflusst. Das Ziel ist es, das eigene Selbstverständnis zu stärken, die wesentlichen VertreterInnen vor- und die relevante Literatur darzustellen.</p>
<p>&nbsp;In der letzten Ausgabe der *gestaltungsprozesse (Nr. 19/2021) – <a href="https://www.malfreude.at/die-wurzeln-der-maltherapie/" target="_blank">Die Wurzeln der MGT I</a> – haben wir das Fundament und die wesentlichen Wegbereiterinnen der Mal- und Gestaltungstherapie im 20. Jahrhundert vorgestellt:</p>
<ul class="">
<li>C. G. Jung</li>
<li>Jolande Jacobi</li>
<li>Margaret Naumburg</li>
<li>Elisabeth Tomalin</li>
<li>Susan Bach</li>
<li>Ingrid Riedel</li>
<li>Helena Schrode</li>
<li>James Hillman</li>
<li>Rosemarie Daniel</li>
<li>Ursula Eschenbach</li>
<li>Ausbildung in oder starke Verbindung zur Analytischen Psychologie</li>
<li>Einsatz kreativer Methoden im Sinne C. G. Jungs</li>
<li>Weiterentwicklung der Methode durch praktische Anwendung und theoretische Aufarbeitung</li>
<li>Verbreitung des Ansatzes durch Vortragstätigkeiten, Lehraufträge, Engagement in psychoanalytischen Gesellschaften<br /><!--[if !supportLineBreakNewLine]--></li>
</ul>
<h2 class="">2. Stammbaum der Mal- und Gestaltungstherapie</h2>
</div>
<div class="thrv_wrapper tve_image_caption tve_ea_thrive_zoom" data-css="tve-u-66c23c5d413834" style=""><span class="tve_image_frame"><a href="https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:auto/h:auto/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg" target="_blank"><img decoding="async" class="tve_image tcb-moved-image wp-image-1382 tve_evt_manager_listen tve_et_click" alt="" data-id="1382" width="473" data-init-width="1414" height="669" data-init-height="2000" title="Stammbaum Wurzeln der Maltherapie" loading="lazy" src="https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:auto/h:auto/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg" data-width="473" data-height="669" style="aspect-ratio: auto 1414 / 2000;" data-css="tve-u-66c23c5d4138d5" data-link-wrap="true" data-tcb-events="__TCB_EVENT_[{&quot;t&quot;:&quot;click&quot;,&quot;a&quot;:&quot;thrive_zoom&quot;,&quot;config&quot;:{&quot;id&quot;:&quot;1382&quot;,&quot;size&quot;:&quot;full&quot;}}]_TNEVE_BCT__" srcset="https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:763/h:1080/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg 1414w, https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:212/h:300/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg 212w, https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:724/h:1024/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg 724w, https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:763/h:1080/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg 768w, https://mlom3mir7etv.i.optimole.com/cb:WtDc~372db/w:763/h:1080/q:mauto/g:sm/f:best/ig:avif/https://www.malfreude.at/malfreude-testWP/wp-content/uploads/2024/08/Artikel-Gestaltungsprozesse.jpg 1086w" sizes="auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px" /></a></span></div>
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<div class="tve_shortcode_raw" style="display: none"></div>
<div class="tve_shortcode_rendered">
<p style="font-weight: 400;">Auch wenn die WegbereiterInnen selbst ihre Ansätze als Gestaltungstherapie, Kunsttherapie, Art Therapy oder Kunst- und Gestaltungstherapie benennen, so sehen wir diese als die wesentlichen WegbereiterInnen und als Fundament (siehe Abbildung 1) unserer Methode der Mal- und Gestaltungstherapie an.</p>
<h2>1.1. Helena Schrode</h2>
<p style="font-weight: 400;">Helena Schrode, geb. 1927, ursprünglich Musik- und Kunstpädagogin. Sie war wesentlich an der Entwicklung einer eigenständigen Richtung der Gestaltungstherapie beteiligt und war Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Gestaltungstherapie.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> Viele Jahre lang war sie dort Weiterbildungsleiterin und in einer psychotherapeutischen Klinik in Stuttgart-Sonnenberg tätig.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Gestaltungstherapie wird als Therapie mit bildnerischen Mitteln auf tiefenpsychologischer Grundlage verstanden. Das Behandlungsziel ergibt sich aus dem psychodynamischen Krankheitsverständnis: „In der Beziehung zum Therapeuten soll der Patient durch sein bildnerisches und plastisches Handeln sich selbst begegnen, Einsicht in seine Störung mit den ihr zugrunde liegenden Konflikten gewinnen und Kräfte zur Überwindung der Krankheit mobilisieren.“<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Helena Schrode betont das Setting, in der die Gestaltungstherapie stattfindet. Charakteristisch ist die regelmäßige Abfolge des Gestaltungsprozesses mit anschließend tiefenpsychologisch fundierter Reflexion. Ausgangspunkt ist damit der Gestaltungsprozess – die Tätigkeit und nicht das Produkt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Nach der Gestaltung versucht der/die PatientIn mit Hilfe des/der TherapeutIn die unbewussten Regungen zu erfassen, die im Tun sichtbar geworden sind und sich auch in der Gestaltung ausdrücken. Im Gestaltungsprozess verbindet sich bewusstes und unbewusstes Tun, der/die Gestaltende erlebt sich als Handelnde/r. Das intensive Betrachten und das Besprechen der Gestaltung fördern die Integration verdrängter oder bisher vorbewusst gebliebener psychischer Inhalte.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Helena Schrode entwickelte das begleitende Malen, das sie in der Arbeit mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen an der psychotherapeutischen Klinik in Stuttgart-Sonnenberg einsetzte. In ihrem Buch „Klinische Kunst- und Gestaltungstherapie“ beschreibt sie das Setting, Erfahrungen, Fallbeispiele und die dahinter liegende Theorie. Sie beschreibt aber nicht nur spezielle gestaltungstherapeutische Methoden für die Behandlung von PatientInnen mit Persönlichkeitsstörungen, sondern auch allgemeine Merkmale der tiefenpsychologisch fundierten Gestaltungstherapie.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Das begleitende Malen nach Helena Schrode<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a>:</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">PatientIn und TherapeutIn malen gleichzeitig, jeder auf einem Blatt Papier, PatientIn und TherapeutIn sitzen sich gegenüber oder über Eck – der/die PatientIn legt die Sitzordnung fest und beginnt mit dem Malen. Der /die TherapeutIn stimmt ein und interveniert auf die Gestaltung des/der PatientIn. Im Anschluss folgt die gemeinsame Betrachtung der Arbeiten. Durch diese Methode soll eine Entwicklungsförderung gelingen, indem eine gelingende Beziehung simuliert wird. Durch eine neue Begegnung über das Malen wird das „Mentalisieren“ gefördert. „Mentalisieren heißt, sich selbst von außen zu sehen und den anderen von innen.“<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Der Prozess und das Setting, in der die Gestaltungstherapie stattfindet, stimmen auch mit dem Setting der Mal- und Gestaltungstherapie überein.</p>
<h2>1.2. James Hillman</h2>
<p style="font-weight: 400;">James Hillman (geb. 1926, gest. 2011) war ein bekannter Psychologe, dessen imaginative Psychologie in die Kulturgeschichte eingegangen ist. Er gilt als Begründer der Archetypischen Psychologie und erhielt seinen Ph.D. 1959 von der Universität Zürich, wo er bei C. G. Jung studierte und bis 1969 die erste Direktorenstelle am C. G.-Jung-Institut innehatte.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a> Mitte der 1970er-Jahre kehrte er in die USA zurück und wurde Mitglied des Dallas Institute of Humanities and Culture.</p>
<p style="font-weight: 400;">In der Weiterentwicklung der Arbeit C. G. Jungs begründete er die „Archetypische Psychologie“.</p>
<p style="font-weight: 400;">Das „Bild“ als Ausdruck der Imagination, in der Poesie, im Traum<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a> oder in der bildenden Kunst, war für ihn von überragender Bedeutung – als Gegenmittel zur Wortwörtlichkeit, die den alltäglichen Diskurs dominiert. Hillman warnte vor den reduktiven Tendenzen von Interpretation und theoretischer Spekulation. Er plädiere für ein „Festhalten am Bild“, dessen oft undeutliche oder paradoxe Sprache authentischer spräche als der verbale Diskurs.</p>
<p style="font-weight: 400;">Besonders empfehlenswert ist hier sein Buch „Am Anfang war das Bild“.</p>
<p style="font-weight: 400;">Hillman stützte sich auf vorchristliche Denkweisen – eine polytheistische Perspektive, die die unzähligen Möglichkeiten der menschlichen Psyche widerspiegelt, vorgestellt als Götter und Göttinnen, Mythen und Metaphern, deren polymorphe Natur für die Instinkte sprach, die unser Denken und Handeln wahrhaftiger formen als das Gute.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a>Die Entwicklung der Archetypischen Psychologie wird von Carl Jungs Analytischer Psychologie und den Ideen und Gedanken der klassischen Griechen sowie der Renaissance und der Romantik beeinflusst. Einfluss auf sein Werk haben etwa Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Henry Corbin, John Keats, Percy Bysshe Shelley, Petrarch und Paracelsus, die eine gemeinsame Sorge um die Psyche teilen.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">In seinem letzten Buch diskutierte er gemeinsam mit Sonu Shamdasani über das gerade veröffentlichte Rote Buch von C. G. Jung. Hier wird noch einmal der hohe Stellenwert der Malerei im Leben und Werk Jungs erörtert.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Erfolgsautor versuchte mit mehr als 20 Veröffentlichungen die Analytische Psychologie vielen Menschen vertrauter zu machen und die Ideen C. G. Jungs wiederzubeleben. Die meisten deutschen Ausgaben seiner Bücher sind allerdings vergriffen oder können nur mehr gebraucht gekauft werden.  Eine Ausnahme bildet das Buch „Die Suche nach Innen. Die Begegnung mit sich selbst: Psychologie und Religion.“<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a></p>
<h2>1.3. Rosemarie Daniel</h2>
<p style="font-weight: 400;">In mehreren Aufsätzen beschreibt die Analytische Psychotherapeutin Rosemarie Daniel das Bild als therapeutisch wirksames Phänomen. In ihrer mehr als 18-jährigen Tätigkeit arbeitete sie mit spontanen Gestaltungen ohne künstlerischen Anspruch, um im analytisch-therapeutischen Dialog Aussagen über das Unbewusste herauszufinden.</p>
<p style="font-weight: 400;"> </p>
<p style="font-weight: 400;">Rosemarie Daniel sieht im gestalterischen Ausdruck ein Grundbedürfnis und eine Grundfähigkeit des Menschen. „Er hat kosmogonische – weltschöpferische – Qualität. In der Analytischen Psychologie spielen auf dieser genuinen Fähigkeit des Menschen beruhende imaginative Verfahren wie Ton, Malen, Sandspiel, aber auch speziellere Techniken, wie die Gestaltung von Puppen und Masken, eine wichtige Rolle. Das vom Patienten Geschaffene wird als spontane Aussage der Psyche verstanden, auf archetypische und persönliche Chiffren hin untersucht und in den therapeutischen Prozess miteinbezogen.“<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">„Der Patient, der bereit ist, sich dieser schöpferischen Aufgabe zu stellen, vollzieht damit einen Schritt zur Begegnung und aktiven Auseinandersetzung mit sich selbst. Diese Methode entspricht einer Form von C. G. Jung beschriebenen Aktiven Imagination, „welche in einem besonderen Training der relativen Ausschaltung des Bewusstseins besteht, um den unbewussten Inhalten zur Entfaltung zu verhelfen“.</p>
<p style="font-weight: 400;">„Deutungen, die sich auf rationaler Ebene bewegen, zerstören die lebendige, ganzheitliche und in die Zukunft reichende Wirkung solcher Bilder, die Ausdruck innerer Seinskonstellationen sind. Sie entstehen in einem echten schöpferischen Akt unter intensiver Gefühlsbeteiligung und sind, wie alles Schöpferische, Symbol. Sie erfordern daher anteilnehmendes ganzheitliches Erleben, ein gemeinsames Umkreisen ihres intellektuell nicht fassbaren Sinngehaltes oder Bedeutungskerns.“<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Rosemarie Daniel betont neben der Bedeutung des Symboles und des Gestaltungsprozesses damit eines der wesentlichen Prinzipien der Mal- und Gestaltungstherapie: die behutsame Unterstützung des/der TherapeutIn beim Erschließen der Deutung. Die Deutungshoheit obliegt immer dem/der Gestaltenden.</p>
<h2>1.4. Ursula Eschenbach</h2>
<p style="font-weight: 400;">Ursula Eschenbach, Ärztin, Psychotherapeutin, Lehranalytikerin, Dozentin, Forscherin und Autorin.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ursula Eschenbach begründet 1975 das C. G.-Jung-Institut Stuttgart. Als Herausgeberin und Mitautorin der «Theoretischen Konzepte der Analytischen Psychologie C. G. Jungs» und in weiteren Veröffentlichungen trug sie wesentlich zur Fortentwicklung der Tiefenpsychologie bei. <a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a></p>
<p style="font-weight: 400;">Das Ich-Bewusstsein mit seinen Ich-Funktionen war mehr als 20 Jahre lang einer ihrer Forschungsschwerpunkte, denen sich Ursula Eschenbach am C. G. Jung-Institut Stuttgart und in den Polikliniken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene widmete. Sie betrachtete die Ganzheit des Ich-Komplexes mit seinen einzelnen Funktionsbereichen, den Einstellungs- und Orientierungsfunktionen sowie das vernetzte Beziehungsfeld zum persönlichen und kollektiven Unbewussten. Sie sammelte empirische Fakten, theoretische Abstraktionen und praktische Beispiele aus analytischen Dialogen und Träumen. Sie kommentierte ihre Forschungen durch Bilddokumente des Unbewussten Malens.<a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a> Den Baum sah sie z.B. als Leitmotiv und Symbol der Selbstentfaltung. Das Geheimnis des Lebens scheint sich insgesamt in der Baumsymbolik zu spiegeln (siehe Abbildung 3). Sie arbeitete aber auch mit unbewusst gemalten Bildern zum Thema Trennungskomplex, Wachstum und Bewusstwerdung sowie zur Schattenthematik.</p>
<p style="font-weight: 400;">In diesem Kontext hat das «Eschenbach-Diagramm», eine graphische Gesamtdarstellung der Psyche, großes Interesse erweckt. In Verbindung mit diesem Ich-Selbst-Konzept hat Ursula Eschenbach die Gebiete der Symbolik, der Mythologie (und hier besonders die des asiatischen Kulturkreises), der Traumarbeit, der Aktiven Imagination, des Unbewussten Malens sowie der Arbeit mit dem «I Ging» bereichert und für viele erfahrbar gemacht.</p>
<h2>1.5.  Zusammenfassung und Ausblick</h2>
<p style="font-weight: 400;">„<a href="https://gutezitate.com/zitat/129163">Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt.</a>“<br />Stefan Zweig</p>
<p style="font-weight: 400;">Es ist wichtig für Mal- und GestaltungstherapeutInnen nicht nur die Ursprünge der Mal- und Gestaltungstherapie mit den Urvätern und -müttern wie C. G. Jung, Jacoby, Tomalin, Bach, Riedel zu kennen, sondern auch die kontinuierliche Weiterentwicklung zu verfolgen und zu verstehen. Es ist bereichernd sich die Arbeiten von Helena Schrode, James Hillman, Rosemarie Daniel und Ursula Eschenbach anzusehen und darin die Wurzeln der Mal- und Gestaltungstherapie zu erkennen, auch wenn diese in Vergessenheit geraten zu sein scheinen. Nur wenn wir als Mal- und GestaltungstherapeutInnen unser methodisches Fundament verstehen und würdigen, können wir kraftvoll zu unserer eigenen Methode stehen. Wir verstehen dadurch noch besser, was wirkt und auf welch reiches Erbe wir in unserer Arbeit zurückgreifen können.</p>
<p style="font-weight: 400;">In einem dritten Teil dieser Artikelserie werden wir uns auf neuere Entwicklungen der Mal- und Gestaltungstherapie konzentrieren und die Entwicklungen der „Next Generation“ wie Eva Brenner, Gisela Schmeer und Gregg M. Furth vorstellen. </p>
<h2>Literaturquellen</h2>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> https://www.dagtp.de/tagung/rueckblick-2019.php</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> vgl. SCHRODE HELENA (1995): Klinische Kunst- und Gestaltungstherapie</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> https://deutsche-sektion-igkgt.de/wp-content/uploads/2015/03/Heft889.pdf</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> vgl. SCHRODE HELENA (1995): Klinische Kunst- und Gestaltungstherapie, 12</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> vgl. SCHRODE Helena (1995): Klinische Kunst- und Gestaltungstherapie. Regression und Progression im Verlauf einer tiefenpschologische fundierten Therapie, 127</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Siehe Abbildungen 2 und 3: Beispiele für einen begleitenden Malprozess; SCHRODE HELENA (1995): Klinische Kunst- und Gestaltungstherapie, 162 f</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Vgl. https://studip.hks.jetzt/sendfile.php?type=0&amp;file_id=826ea1b19c43ef127e4bb297fe23b1fa&amp;file_name=Begleitendes+Malen_Tonfeld_Messpainting.pdf , abgerufen am 02.03.2022</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> <a href="https://jameshillmansymposium.com/james-hillman/">https://jameshillmansymposium.com/james-hillman/</a>, abgerufen am 01.03.2022</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Siehe HILLMAN James (1983): Am Anfang war das Bild. Unsere Träume – Brücke der Seele zu den Mythen</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> <a href="https://www.theguardian.com/science/2011/dec/21/james-hillman">https://www.theguardian.com/science/2011/dec/21/james-hillman</a>, abgerufen am 01.03.2022</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/James_Hillman">https://en.wikipedia.org/wiki/James_Hillman</a>, abgerufen am 01.03.2022</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> HILLMAN James (2015): Die Suche nach Innen. Die Begegnung mit sich selbst: Psychologie und Religion.</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a>DANIEL Rosemarie (1993): Archetypische Signaturen im unbewussten Malprozess, 11</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a> DANIEL Rosemarie (1974): Manifestation des Unbewussten. Das Bild als therapeutisch wirksames Phänomen.</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a> <a href="https://www.karger.com/Article/PDF/13692">https://www.karger.com/Article/PDF/13692</a>, abgerufen am 28.02.2022</p>
<p><a href="applewebdata://C7548AD2-92DB-4218-9A9D-355EBD3C77DD#_ftnref16" name="_ftn16">[16]</a> ESCHENBACH Ursula (1996): Der Ich-Komplex und sein Arbeitsteam: Topographie der Selbstentfaltung, 14 f</p>
<p> </p>
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		<title>Innere Saboteure</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuela Sattlegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2022 19:06:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[C.G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenspieler]]></category>
		<category><![CDATA[Imagination]]></category>
		<category><![CDATA[Individuationsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[innere Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Saboteure]]></category>
		<category><![CDATA[Potentialentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Böschemeyer]]></category>
		<category><![CDATA[Wertimagination]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im letzten Art of Life Podcast habe ich mit meinem Mann Werner Sattlegger sehr persönlich über meinen inneren Saboteur gesprochen und wie er mich behindert und ich mich selbst sabotiere. Selbstsabotage ist ein schädigendes Verhalten, das nicht nur die eigene Entwicklung blockiert sondern einem auch großen Schaden zufügen kann. Dieses Phänomen ist auch als innerer [&#8230;]</p>
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<p data-pm-slice="1 1 []">Im letzten <a href="http://www.the-art-of-life.at/podcast">Art of Life Podcast</a> habe ich mit meinem Mann Werner Sattlegger sehr persönlich über meinen inneren Saboteur gesprochen und wie er mich behindert und ich mich selbst sabotiere.</p>
<p class="" data-pm-slice="1 1 []">Selbstsabotage ist ein schädigendes Verhalten, das nicht nur die eigene Entwicklung blockiert sondern einem auch großen Schaden zufügen kann. Dieses Phänomen ist auch als innerer Dämon bekannt, der oft unbewusst einem nichts Gutes will und destruktiv im eigenen Leben wirkt. Mit Glaubensmustern oder Introjekte haben viele schon gelernt umzugehen, wir haben dazu unsere Vermeidungsstrategien entwickelt, um diese zu bewältigen. Aber der innere Saboteur sitzt noch eine Stufe tiefer, wirkt sehr subtil und oft unbewusst. </p>
<h3>Was ist der innere Saboteur? </h3>
<p class="">Ein innere Saboteur ist eine Instanz in uns, der großen Schaden anrichten kann und einem nichts Gutes will. Der Saboteur bringt Menschen dazu Dinge zu tun, die emotional, gesundheitlich oder beruflich schädigen, sogar existentiell bedrohlich sein können. Sei es die ständige Prokrastination, wie das ständige Aufschieben von angefangenen Projekte, seine eigenen Potentiale nicht zu leben, bis hin zu Suchthandlungen. Der Saboteur ist listig und geduldig, er lauert an jeder Ecke und wenn man glaubt, man ist mit Selbsterkenntnis schon durch, dann lauert er bei der nächsten Gelegenheit.</p>
<p class="">Woher der innere Saboteur kommt, dass weiß niemand, er ist einfach in jedem von uns angelegt. Vielleicht einfach auch deshalb, weil wir in einer Welt von Dualität leben, wo es Tag und Nacht, Hell und Dunkelt, Hitze und Kälte gibt. Das eine bedingt das andere und kann nicht ohne dem anderen sein.</p>
<p class="">Die Nahrung für den Saboteur sind meistens uralte Ängste wie z.B. zu scheitern, nicht gut genug zu sein oder einfach nicht geliebt zu werden. Wir haben dafür unsere Ausreden entwickelt, wie z.B. die Anderen sind Schuld oder einfach das Leben selber, das uns was schulden soll. Das ständige Suchen nach Ausreden findet oft Außen statt, was uns nur in Sackgassen führt und weiter lähmt.</p>
<h3>Der innere Verbündete</h3>
<p class="">Die Wertimagination ist ein sehr effektiver Weg, um sich dieser destruktiven Kraft des Saboteurs bewusst zu werden und zu erkennen, wann er im Alltag am Werk ist. In der Wertimagination verlassen wir den Lärm der lauten Welt im Außen und gehen in die Stille nach Innen. Im Rahmen einer angeleiteten Meditation können uns dann “Gestalten” begegnen, sei es in Farben, Stimmungen, Formen oder auch anderen Varianten. Was meist passiert ist, dass sie dadurch nicht nur kognitiv verarbeitet werden, sondern ganzheitlich wahrgenommen und so ganz tief erfahrbar werden.</p>
<p class="">Es gibt aber neben dem Saboteur noch andere innere Gestalten, wie z.B. den inneren Verbündeten, der alle positiven Kräfte und Ressourcen in uns verbindet. Das hat nichts mit New Age und positiven Affirmationen zu tun sondern darum, sich diesen Gestalten bewusst zu werden und diese zu integrieren. In der inneren Begegnung mit dem Saboteur verliert dieser seine Bedrohung, da er in das Bewusstsein rückt. Gleichzeitig können wir unsere Ressourcen und positiven Kräfte in Form des inneren Verbündeten stärken, sie vergrößern und ihnen mehr Raum geben.</p>
<h3>Ausblick</h3>
<p class="">Eine wichtige Erfahrung möchten wir noch teilen: die schlechten Dinge wirken soundso immer, wie man auch am aktuellen Weltgeschehen sieht. Aber zu den positiven Kräften muß man sich hinwenden, diese stärken und fördern. Denn dann werden diese noch größer und der Saboteur klein und unbedeutend.  </p>
<p class="">Menschen brauchen keine Angst zu haben, sich der eigenen Dunkelheit zu stellen, den die Tiefe ist erstaunlich hell. Wenn wir den inneren Verbündeten stärken, dann können wir den ewigen Projektionen oder Vermeidungen ein Ende setzen und wir beginnen eine eigenverantwortliches Leben zu führen.</p>
<p class="">Den Dämonen und Saboteuren nicht im Außen zu bekämpfen, sondern im Innen zu suchen und zu integrieren, das ist der Beginn eines selbstbestimmten Lebens. Potentialentfaltung, Eigenverantwortung und Gestaltungskraft sind die Folge, was nicht nur im persönlichen Leben unfassbar viel Freude macht, sondern auch die Basis für beruflichen Erfolg ist.</p>
<p>Lesetipp:<br /><a href="https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1057881663">Der innere Gegenspieler von Prof. Uwe Böschemeyer</a></p>
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<p>Wer sich übrigens den Podcast angehört hat und sich fragt, ob ich nun das Intuitiv Malen ausgeschrieben habe, findet <a href="https://www.malfreude.at/angebote/intuitiv-malen-kurse-erwachsene/" target="_blank">die Antwort hier</a>.</p>
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<div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.malfreude.at/podcast-innere-saboteure/">Innere Saboteure</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.malfreude.at">Malfreude</a>.</p>
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		<title>Trauerbewältigung Fifty shades of blue</title>
		<link>https://www.malfreude.at/trauerbewaeltigung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuela Sattlegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Feb 2021 17:16:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literaturtipps]]></category>
		<category><![CDATA[C.G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Maltherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Trauerbegleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Trauerprozess]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Anfangs wollte ich verzagen, und ich glaubt ich trüg es nie; und ich hab es doch ertragen, aber fragt mich nur nicht wie!&#8220; (Heinrich Heine) Wie soll man über das Gefühl von Trauer schreiben? Im Trauerprozess ist der Schmerz beizeiten so unfassbar, der Verlust so nicht verstehbar und Worte nicht ausreichend, um das Unausweichbare, das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.malfreude.at/trauerbewaeltigung/">Trauerbewältigung Fifty shades of blue</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.malfreude.at">Malfreude</a>.</p>
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<div class="tve_shortcode_rendered">
<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>„Anfangs wollte ich verzagen, </em><br /><em>und ich glaubt ich trüg es nie; </em><br /><em>und ich hab es doch ertragen, </em><br /><em>aber fragt mich nur nicht wie!&#8220; </em><br /><em>(Heinrich Heine)</em></p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Wie soll man über das Gefühl von Trauer schreiben? Im Trauerprozess ist der Schmerz beizeiten so unfassbar, der Verlust so nicht verstehbar und Worte nicht ausreichend, um das Unausweichbare, das Letztgültige zu verstehen und in sein Leben zu integrieren. Trauerbewältigung ist ein schwieriger Prozess.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Die Maltherapie in der Tradition C. G. Jung’s bietet einen Zugang zur eigenen Gefühlswelt und der Ausdrucksmöglichkeit dieses Gefühls der Trauer und der damit verbundenen Aspekte wie z.B. Wut, Schuld, Schmerz, Aussichtslosigkeit, Einsamkeit. Das Trauergefühl tritt nicht nur beim Tod eines geliebten Menschen auf, sondern auch bei anderen Verlusten wie z.B. Verlust der Gesundheit, Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust einer Beziehung, Verlust einer Lebenschance (wie ein unerfüllter Kinderwunsch, Berufsausbildung), die nicht verwirklicht werden konnte.</p>
</p>
<h2><em>Trauer ist eine natürliche Reaktion</em></h2>
<p class="wp-block-paragraph">
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Trauer ist eine natürliche Reaktion auf den Verlust. Die Welt ändert sich für den Betroffenen von einem Tag auf den anderen, nichts ist so wie vorher.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><em>Für Trauernde gibt es in unserer Gesellschaft eine Menge Herausforderungen</em></p>
</p>
<h3>Die soziale Umwelt</h3>
<p class="wp-block-paragraph">
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Der Trauerprozess ist so individuell, wie jeder Mensch unterschiedlich ist, was von der Umwelt oft nicht verstanden wird. Viele Trauernde ziehen sich von ihren sozialen Beziehungen zurück, weil sie sich zum einem dem anderen nicht zumuten wollen, zum anderen haben sie oft verletzende Begegnungen gemacht. Viele gute Freunde oder Verwandte wenden sich ab, weil sie nicht wissen, wie sie mit den Trauernden und dem Schmerz umgehen sollen.</p>
</p>
<h3>Krise in Familie und Beziehung</h3>
<p class="wp-block-paragraph">
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Viele Paare durchleben in ihrer Beziehung eine Krise, da jede/r PartnerIn eine unterschiedliche Art hat, mit dem Verlust umzugehen. Nichts ist in der Familie wie zuvor, ein neuer Weg muss gefunden werden. Das gesamte Familiengefüge mit Eltern, Geschwistern, Großeltern, Verwandten braucht Zeit und manchmal auch Begleitung, um eine neues Gleichgewicht zu finden.</p>
</p>
<h3>Die Dauer und Art des Trauerprozesses</h3>
<p class="wp-block-paragraph">
</p>
<p class="wp-block-paragraph">In unserer Gesellschaft heißt es immer wieder: „So nach einem Jahr Trauer, muss du jetzt mal darüber hinweggekommen sein.“ Man weiß aus heutigen Forschungen, dass das &#8222;Phasenmodell&#8220;, das die berühmte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross propagierte eher ein idealtypisches Modell für die Trauerbewältigung ist. Zuerst kommt das Nicht-Wahrhaben-Wollen, dann Zorn, anschließend Verhandlungen mit einer höheren Gerechtigkeit, die dann von einer Depression abgelöst werden und schließlich in der Akzeptanz enden (siehe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%BCbler-Ross" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Kübler-Ross</a>).</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Das &#8222;Duale Prozessmodells&#8220; der Trauerbewältigung, das mehr der Lebensrealität entspricht, (und durch Forschungsergebnisse abgesichert ist), ist das von Margaret Stroebe und Henk Schut von der Universität Utrecht. Sie beschreiben zwei Pole – einer dreht sich um den Tod und den Verlust, der andere um die Gegenwart und die Zukunft. Trauernde pendeln zwischen diesen beiden Polen hin und her. Ein Pol wird als verlustorientierter Stressor und der andere als wiederherstellungsorientierter Stressor angesehen. „Es geht von einem dynamischen, regulativen Prozess des Oszillierens zwischen beiden Stressorenarten aus, in dem der Trauernde die unterschiedlichen Aufgaben aus dem jeweiligen Bereich mal in Angriff nimmt und zu anderen Zeiten mal vermeidet.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Das Modell schlägt vor, adaptives Trauerbewältigungsverhalten als dynamischen Prozess aus Konfrontation und Vermeidung von verlust- und wiederherstellungsbezogenen Stressoren zu sehen. Außerdem plädiert es dafür, die Bedeutung anzuerkennen, die der Dosierung von Trauer zukommt. Damit ist gemeint, dass es im Umgang mit beiden Stressorenarten ein integraler Bestandteil angemessenen Bewältigungsverhaltens ist, immer wieder eine Pause einlegen zu dürfen (<a href="http://trauerforschung.de/index.php/forschungsbereiche/bewaeltigung/42-darstellung-der-grundprinzipien-des-dualen-prozessmodells-der-trauerbewaeltigung" target="_blank" rel="noopener">siehe http://trauerforschung.de/index.php/forschungsbereiche/bewaeltigung/42-darstellung-der-grundprinzipien-des-dualen-prozessmodells-der-trauerbewaeltigung)</a></p>
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<h2>Die Trauerbewältigung durch die Maltherapie</h2>
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<p class="wp-block-paragraph">In der Maltherapie kann Trauer unmittelbar und ohne viel Worte ausgedrückt werden. Beim Malen eines Bildes muss ich mich nicht verstellen und auf meine Umwelt Rücksicht nehmen, meine Seele drückt sich so aus, wie ihr danach ist. In einem Bild wird auch immer eine Ressource sichtbar sein, eine Idee wie eine Bewältigung aussehen könnte, ein Hoffnungsschimmer für weitere Schritte. Der geschützte empathische Raum und eine kompetente Begleitung in einer Einzelstunde oder in einer Gruppe ermöglicht einen eigenen Weg zur individuellen Trauerbewältigung. Es wird kein Wert auf künstlerischen Ausdruck gelegt und Bewertungen wie schön/hässlich werden außer Acht gelassen. Menschen beschreiben, dass Sie beim Malen „ganz bei sich“ und mit der Schöpferkraft, dem Kreativen verbunden sind, dass dem Gemalenen einen stark sinnstiftenden Charakter verleiht. Es ist auch die Zeit für einen selbst, das Gedankenkarussell im Kopf kommt etwas zum Stillstand, was für viele Menschen sehr entspannend sein kann. Die Gruppe von Gleichgesinnten versteht viel, ohne zu bewerten. Jeder entscheidet selbst wie tief er oder sie in die Tiefe gehen möchte.</p>
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<h2><strong>Literatur- und Linktipps</strong></h2>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.heyn.at/list?back=d0ad1ae9e307120807b860787e9ef862&amp;xid=1676900" target="_blank" rel="noopener">Böschemeyer U (2012) Unsere Tiefe ist hell Wertimagination – ein Schlüssel zur inneren Welt. Kösel, München</a><a href="http://www.amazon.de/Malen-%C3%BCberleben-kreativer-durch-Trauer/dp/3783123178/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&amp;qid=1521055171&amp;sr=8-1-fkmr0&amp;keywords=Henzler+malen+um+zu+%FCberle" target="_blank" rel="noopener">Henzler C/Riedel I (2003) </a><a href="http://www.amazon.de/Malen-%C3%BCberleben-kreativer-durch-Trauer/dp/3783123178/ref=sr_1_fkmr0_1?ie=UTF8&amp;qid=1521055171&amp;sr=8-1-fkmr0&amp;keywords=Henzler+malen+um+zu+%FCberle" target="_blank" rel="noopener">Malen um zu überleben Ein kreativer Weg durch die Trauer. Kreuz Verlag, Stuttgart</a><br /><a href="http://www.heyn.at/list?back=6ca2792a0b48af0f777639cb19f5b097&amp;xid=18483040" target="_blank" rel="noopener">Kabat-Zinn J (2011) Gesund durch Meditation. MensSana, München</a><a href="http://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/orgdetail/C3427/plattform_verwaiste_eltern_leben_ohne_dich1" target="_blank" rel="noopener">Plattform Verwaiste Eltern in Kärnten</a><br /><a href="http://www.youtube.com/watch?v=uICGuh7ifx0&amp;t=205s" target="_blank" rel="noopener">Thich Nath Hanh über Trauer</a><br /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%BCbler-Ross" target="_blank" rel="noopener">Über Elisabeth Kübler-Ross: </a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_K%C3%BCbler-Ross" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Kübler-Ross<br />Das Duale Prozessmodell: </a><a href="http://trauerforschung.de/index.php/forschungsbereiche/bewaeltigung/42-darstellung-der-grundprinzipien-des-dualen-prozessmodells-der-trauerbewaeltigung" target="_blank" rel="noopener">http://trauerforschung.de/index.php/forschungsbereiche/bewaeltigung/42-darstellung-der-grundprinzipien-des-dualen-prozessmodells-der-trauerbewaeltigung</a></p>
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		<title>Individuationsprozess C.G. Jung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuela Sattlegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2021 20:11:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literaturtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Pathfinding]]></category>
		<category><![CDATA[C.G. Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Individuationsprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Kreatives Potential]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensthemen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Die großen Lebensprobleme sind nie auf immer gelöst. Sind sie es einmal anscheinend, so ist es immer ein Verlust. Ihr Sinn und Zweck scheint nicht in ihrer Lösung zu liegen, sondern darin, dass wir unablässig an ihnen arbeiten.” (C. G. Jung) Der Individuationsprozess nach C.G. Jung Viele Menschen sehen sich in der Lebensmitte mit einer [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-28ng0">„<em>Die großen Lebensprobleme sind nie auf immer gelöst. Sind sie es einmal anscheinend, so ist es immer ein Verlust. Ihr Sinn und Zweck scheint nicht in ihrer Lösung zu liegen, sondern darin, dass wir unablässig an ihnen arbeiten.”</em> <em>(C. G. Jung)</em></p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-ddtfu"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-cigdq">Der Individuationsprozess nach C.G. Jung</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-e6402">Viele Menschen sehen sich in der Lebensmitte mit einer veritablen Lebenskrise konfrontiert. Diese kann von außen oder innen initiiert sein, „leicht“ oder „schwer“ sein, wie z.B. Scheidung, Tod oder Krankheit eines Elternteils oder nahen Verwandten, Pflegebedarf eines nahen Angehörigen, berufliche Neu- oder Umorientierung, Verminderung der Leistungsfähigkeit, eine eigene lebensbedrohliche oder chronische Krankheit oder einfach nur ein Gefühl des „Noch-nicht-Angekommenseins“.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-bp31t"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-bjmha">Die Krise in der „Lebensmitte“</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-61r6j">In dieser Zeit stellen sich of folgende Fragen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Nachdem wieder ein Jahr vergangen ist, bin ich am richtigen Weg?</li><li>Was habe ich im letzten Jahr erreicht und wo möchte ich hin?</li><li>Was habe ich im letzten Jahr über mich besser verstanden?</li><li>Gab es im letzten Jahr eine Krise? Wenn ja, wie habe ich sie bewältigt?</li><li>Was sind die noch unerledigten Dinge in meinem Leben?</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-56a4q">Diese Gedanken geben oft Anlass über das eigene Leben nachzudenken, C. G. Jung spricht von der Krise in der „Lebensmitte“, die nach seiner Ansicht jeden in seiner eigenen Art und Weise trifft. Man spricht nicht umsonst von der „Midlife-crisis“. Viele Menschen wundern sich über diese Krise, denn „eigentlich“ geht es ihnen gut, sie haben etwas erreicht, die Kinder sind vielleicht schon auf dem Weg in die eigene Selbständigkeit oder schon außer Haus.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-3qto5"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-46p76">Die Persona steht in der 1. Lebenshälfte im Vordergrund</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-fp8a2">Und dennoch es bleibt ein leichter bitterer Geschmack, die Sehnsucht nach etwas Neuem, vielleicht noch nicht Erreichten. In der Psychologie von C.G. Jung sprechen wir davon, dass in der 1. Lebenshälfte die Persona Vorrang hatte und nun etwas anderes ansteht. Die Persona steht für die soziale Anpassung, die Maske oder auch die Rollen, die wir in unserer Gesellschaft annehmen. Und es ist auch gut so, dass wir uns in dieser Zeit um unser berufliches Weiterkommen kümmern, um unsere Familie, insgesamt um unsere Existenz.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-7l8ba"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-jvj6">Die wichtigen Lebensthemen kommen nun ins Spiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-bpaoa">Nun steht aber etwas anderes an – jetzt kommen die wichtigen Lebensthemen ins Spiel. Eine Zeit um Resümee zu ziehen, denn jetzt wäre noch Zeit, beruflich oder privat etwas anderes anzugehen. Vielleicht hat man nach den Vorstellungen der Eltern oder der Gesellschaft gelebt? Wer bin ich wirklich? Welche Sehnsüchte habe ich bis jetzt nicht erfüllt? Wo bin ich mit meinem Denken oder Gefühlen in eingefahrenen Bahnen?</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-5t0fq"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-1f8ql">Der Individuationsprozess – „Werde der, der du bist“</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-963k6">C.G. Jung spricht vom Individuationsprozess – „Werde der, der du bist“ und meint damit eine jedem und jeder innewohnende(n) Tendenz nach Entwicklung. Es geht darum Anstehendes zu entwickeln, Ausgespartes zu integrieren, Überholtes abzulegen. Dabei handelt es sich um einen komplexen Prozess, um zum eigenen Selbst zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-8rt55">Verena Kast schreibt zum Individuationsprozess, dass damit die Besonderheit und die Einzigartigkeit eines Menschen zum Ausdruck kommen soll. Letztlich weiß ja niemand, wer er oder sie „wirklich“ ist. Es kann immer nur ein Annäherungsprozess sein, der mitunter verschlungene, oft nicht nachvollziehbare Wege geht.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-e57as"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-8os6v">Das Bestreben nach Autonomie</h2>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-1f30a"></h5>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-86jk9">Die Jung’sche Psychologie zielt auf die Erreichung von Autonomie ab und versteht darunter, dass wir selbstbestimmter und bewusster leben können: d.h. das Unbewusste soll unser Verhalten nicht steuern, wie es z.B. bei einer Projektion der Fall ist. Ebenso möchten wir unabhängig von der Gesellschaft und den Vorgaben unserer Eltern oder Normen und Rollenerwartungen unser einzigartiges Potential zur Entfaltung bringen. Dies ist nur möglich, wenn wir unseren Schattenseiten, Komplexen, Einseitigkeiten und Potentialen auf die Spur kommen (siehe Verena Kast: Die Dynamik der Symbole, S 10f).</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-cm8vf"></h5>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-c53uc"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-en4ck">Die 4 Stufen des Individuationsprozesses nach C.G. Jung</h2>



<ol class="wp-block-list"><li>Persona</li></ol>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-7accm">“Die Persona ist durch unsere unbewussten Erwartungen, Wünsche, Illusionen und Vorstellungen an das Leben gekennzeichnet.” Die Persona bildet sich aus allen Erwartungen, welche Eltern und das Kollektiv an einen Menschen stellen. Diese Erwartungen können mich von meiner inneren Bestimmung trennen und hinter der Persona steht eine innere Leere. “Das Hindurchreifen durch die Persona versetzt uns erst in die Lage, uns mit den Urbildern des kollektiven Unbewussten von Sein und Werden als Mensch zu verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-4nlln">2. Integration des eigenen Schattens</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-4p48f">Der Schatten ist eine Seite an uns, die wir ablehnen und die uns in der Regel peinlich ist. Auch Aspekte der Persönlichkeit, die wir ablehnen und uns fremd sind, können Schattenaspekte sein. Unsere Schattenseiten anzunehmen und mit ihnen gestaltend zu arbeiten, bedeutet durch den Schatten hindurchzureifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-86qg0">3. Integration von Anima und Animus</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-89rta">Als wichtige Aufgabe des Individuationsprozesses sieht C. G. Jung an, dass sich der Mann seiner Anima (das Weibliche im Mann) und die Frau ihres Animus (das Männliche in der Frau) bewusst werden. Falls es zu keiner Bewusstheit kommt, werden diese Bilder auf den/die Partner/in projiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-e5bih">4. Das Selbst</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-d8q0a">“Das Selbst ist der “spiritus rector” des Individuationsprozesses. Es gleicht dem Samen eines Baumes, der die Endgestalt schon in sich trägt. Somit ist das Selbst das anordnende Zentrum eines ganzheitlichen Weges, auf dem wir die werden, als die wir im Samenkorn bereits angelegt sind.” “Das Selbst erscheint in den Träumen oft als Kreis, als Quadrat oder als göttliches Kind, in dem alle Möglichkeiten zum Wachsen angelegt sind.” (siehe Höllrigl, Goldene Spur, S 23-28)</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-fl6vd">Der schöpferische Prozess mit Archetypen, Komplexen, Träumen und Spiritualität spielen dabei eine wesentliche Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-burg8">Diejenigen, die sich einem solchen Prozess ausgesetzt sind, fühlen sich oft allein, fremd und können was in ihnen vorgeht, nicht einordnen. Wer aber diesen Prozess annimmt und den Schatz des Unbewussten annimmt, erfährt damit, wie hilfreich und befreiend die Arbeit mit dem Unbewussten sein kann.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-a5cng"></h5>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-81utj"></h5>



<h3 class="wp-block-heading" id="viewer-77tr4">Der Mensch selbst ist hier das kreative Potential und es geht darum, dass er sich als Persönlichkeit ernst nimmt.</h3>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-7vv5m"></h5>



<h2 class="wp-block-heading" id="viewer-7v6vp">Kreative Ausdrucksmethoden</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-2t6va">Die intellektuelle Verarbeitung bei Individuationsthemen findet oft seine Grenzen. Intuitive, kreative und/oder körperorientierte Ausdrucksmethoden kommen dem Kern dieser unbewussten Mechanismen oft sehr viel näher. Bilder und Gestaltungen sind von unserem Geist oft weniger zensuriert, direkter und treffen oft unbewusst besser den Kern der Sache. Die Seele versteht Bilder und Gestaltungen sofort, ohne sie sofort intellektuell erfassen zu müssen. Der Prozess der Selbstwerdung leitet uns Schritt für Schritt an, wie Individuationsthemen dann immer mehr ins Bewusstsein kommen können, um verarbeitet und damit integriert werden zu können.</p>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-70q2j"></h5>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-8s1kg"></h5>



<h3 class="wp-block-heading" id="viewer-9tuie">Es kann nichts erzwungen werden, es kann nur angeregt und mit dem, was gerade „dran“ ist, gearbeitet werden.</h3>



<h5 class="wp-block-heading" id="viewer-11ov8"></h5>



<h3 class="wp-block-heading" id="viewer-altda">Literatur</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-3ptlc"><a href="http://www.erato-verlag.at/buecher/Buch/4-goldene-spur/category_pathway-13" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><u>Ute Karin Höllrigl, „Goldene Spur, Der Prozess einer Individuation in Träumen und Bildern. Ingeborg Bachmann und C.G. Jung. Ein Essay.“, Erato, Graz, 2013</u></a></p>



<p class="wp-block-paragraph" id="viewer-5plhf"><a href="http://www.heyn.at/list?back=3da11aaec6fb0e7a3180332a92d9a5f6&amp;xid=10830844" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><u>Verena Kast, „Die Dynamik der Symbole. Grundlagen der Jungschen Psychotherapie“, Patmos, Düsseldorf, 1990</u></a></p>
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